Tageskurzbeschreibungen Annapurna, Everest, Helambu & Langtang

Die Trilogie enthält für die ausgewählten Wanderrouten komplette Tageskurzbeschreibungen, hier ein Auszug aus dem Everest Weg:

"...Kurz hinter Chutok La blicken wir erstmals auf den bekannten Ort Lukla mit seiner kleinen und berüchtigten Flugzeug-Landepiste. In der Ferne können wir den weiteren Verlauf der Route entlang des Dudh Koshi teilweise an der Besiedlung erkennen. Weiter geht es nach Surke (2300m) mit Überquerung des Flusses der Surke Khola. Einige Augenblicke später haben wir die Wahl, über einen Abstecher nach rechts hinauf nach Lukla (2800m) zu steigen oder weiter entlang im Tal nach Chheplung (2600m). Da uns der Rückweg wieder nach Lukla zum Flughafen führt, entscheiden wir uns für den Weg hinauf nach Chheplung, an dem unser Weg auf die “große” Hauptwanderroute Lukla-Namche Bazar einmündet.


10. Tag Chheplung-Monjo
Gemütlich gehen wir von Chheplung nach Monjo weiter, entlang des Dudh Khosi bis auf circa 2800m Höhe. Besonders bei Thado Koshigaon lohnt sich bei guter Sicht ein Blick auf die rechte Seite der Bergflanken, da hier einer der ersten Eisriesen, der Kusum Kanguru (6370m) oberhalb der Seitentäler greifbar wird. Der Weg nach Monjo ist gepflastert mit einladenden Teehäusern und in Phurteng hat die Gompa inzwischen eine stattliche Anzahl von neuen Mani-Mauern mit Tafeln und kleineren Chörten errichtet, sodass der Platz zum kurzweiligen Halten einlädt. Monjo ist sicherlich ein guter Ort, um sich in der nachmittäglichen Sonne auf den folgenden, anstrengenden Aufstieg am nächsten Tag vorzubereiten und bei einer heißen Chiya das Treiben im Dorf zu bestaunen.

11. Tag Monjo-Namche Bazar
Wir treten kurz hinter Monjo in den Sagarmatha Nationalpark ein. Die Morphologie hat hier eine Engstelle geschaffen - ideal den Besucherstrom zu erfassen. Danach geht es wieder hinunter zur Dudh Kosi, und bis zur letzten Hängebrücke unterhalb von Namche Bazar wechseln wir die Flussseite einige Male. Hinter Larja Dobhan (2800m) verlassen wir endgültig den Talgrund und steigen orografisch links durch Nadelwälder den steilen und langen Aufstieg an einem Hang nach Namche Bazar hoch. Bei gutem Wetter können wir auf circa der Hälfte des Weges bei einem gern genutzten größerem Rastplatz den ersten näheren Blick auf die Gipfelpyramide des Everest und die davorstehende Nuptse-Wand werfen.

12. Tag Khumjung
Namche empfängt uns als erste größere “Stadt” seit Jiri. Den Tag nutzen wir zum weiteren Akklimatisieren und um einen Blick auf die Bergriesen zu werfen. Hierzu begeben wir uns früh morgens zum Everest View Point, einem kleinen Plateau östlich oberhalb von Namche Bazar, welches angrenzend vom Militär benutzt wird. Der Eindruck ist lohnend, Thamersku (6618m) ganz im Osten zeigt sich uns zuerst. Es folgt weiter westlich die fantastische Gestalt der Ama Dablam (6814m), dazwischen in der Ferne am Talende der Lhotse (8501m) mit der Lhotse-Wand, die sich gewaltig hinüber zum Nuptse (7861m) zieht. Zwischen den beiden Gipfeln, oberhalb der gemeinsamen Wand ragt majestätisch die markante Gipfelpyramide des Mt. Everest (8850m), mit einer Schneefahne, die ihn oft kennzeichnet, hervor. Nach ausgiebigem Bestaunen setzen wir den Weg fort und erklimmen den gegenüberliegenden Rücken, der uns direkt zum Everest View Hotel auf circa 3800m führt. Der Blick von dort bei einer Tasse Chiya ist weiterhin gewaltig und die Bergriesen von Nuptse, Lhotse, Mt. Everest und Ama Dablam scheinen ein Stück näher gerückt zu sein. Nach dieser einzigartigen Bergriesensicht unternehmen wir noch einen Spaziergang nach Khumjung und Khunde, zwei Dörfer, die sehr von der Hilfe durch Sir Edmund Hillary profitiert haben. Lohnenswert ist ein Abstecher in das kleine lokale Krankenhaus nur zu Besuch auf 3800m Höhe. Der Abstieg nach Namche Bazar führt durch Strauch- und Grasflächen, der typische Lebensraum der Danphe, eine Fasanenart und der Nationalvogels von Nepal, den wir hier häufig in der Abenddämmerung beobachten können.

13. Tag Namche Bazar-Tengboche
Wir starten in Richtung des Everest. Die nächsten Tage bestehen zur Akklimatisation aus kleinen Weg-Etappen, so dass wir  immer frühzeitig an unser Ziel gelangen. Jeweils eine gute Gelegenheit, den Nachmittag zum Genuss der Aussicht mit einem “Spaziergang” in dünner Luft zu verbringen. Getreu dem Motto: “Den Tag hoch steigen und die Nacht tief schlafen”. Allerdings lässt uns der Weg nach Tengboche erst einmal wieder auf 3200m Höhe absteigen, um uns dann in einem steilen Aufstieg hinauf zum Kloster auf 3800m Höhe herauszufordern.

14. Tag Tengboche-Dingboche
Entlang des Tales mit dem Namen Imje Khola zieht sich der Weg leicht ansteigend hinauf und passiert bei Orsho die 4000er Höhenmarke. Spätestens in diesem Bereich macht sich die doch geringere Sauerstoffsättigung der Luft mit nunmehr von circa siebzig Prozent des Normalwertes bemerkbar, sodass man für die Gehzeit des Weges bis nach Dingboche etwas mehr Zeit einplanen sollte. Dennoch erreicht man meist am frühen Nachmittag Dingboche und kann zur Aussicht gemütlich den gegenüberliegenden Hang der Ama Dablam erkunden.

15. Tag Dingboche-Chhukung-Dingboche
Ein Akklimatisationstag ruft und als Tagesmarsch haben wir uns das Hochtal von Chhukung ausgesucht. Hier berühren sich die Gletscherzungen der Ama Dablam, des Lhotse, Lhotse-Nuptse, und des Nuptse-Gletschers. Fast in der Mitte des Talkessels steht der bekannte Island Peak (6189m), um ihn herum bilden die gewaltigen Eiswände eine atemberaubende Arena. Das Tagesziel? Je nach Kondition! Aussichtspunkte in dieser Arena gibt es genug, die 5000m Höhenluft wollen wir schnuppern, um ein Gefühl für die Höhe unserer letzten Zielunterkunft Gorak Shep auf 5100 m Höhe zu bekommen.

16. Tag Dingboche-Dughla
Ebenfalls eine kurze Höhenetappe. Wir wechseln das Tal und wandern bis zur Endmoräne des Khumbu-Gletschers, an dessen Stelle eine Ansiedlung von Unterkünften den Namen Dughla (4600m) trägt. Bei nachmittäglichem Tatendrang kann man noch ein Stück in Richtung des Cho La-Passes laufen und auf dem Weg den eisigen Chola Tsho See bestaunen.

17. Tag Dughla-Lobuche
Mit zwei Kilometern ein sehr kurzes Stück. Aber der Tag dient nochmals der Akklimatisation und unsere kommende Übernachtung wird auf knapp 5000m über Meereshöhe liegen. Der Weg schlängelt sich an und auf der riesigen Seitenmoräne des Khumbu-Gletschers entlang und verdeutlicht uns, mit welch ungeheurer Kraft der Gletscher den Untergrund erst abhobelte und dann das Geschiebematerial seitlich in mächtigen Moränen anhäufte..."